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Die undankbare Fremde
Roman
Verfasser/in:
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Brezná, Irena
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Verfasserangabe:
Irena Brezná
Jahr:
2012
Mediengruppe:
B.Bell.Erw/L.narr.ad
| Zweigstelle | Standorte | Status | Vorbestellungen | Frist |
|
Zweigstelle:
Oberschulz. Sterzing
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Standorte:
Brez / Bibliothek
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Status:
Verfügbar
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Vorbestellungen:
0
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Frist:
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Undankbar ist für Einheimische häufig eine Kategorie, Zugezogene zu beschreiben, die undankbare Fremde gilt dabei als eine Frau, die sich im neuen Land als undankbar erweist. Für die Fremde hingegen ist das neue Land eine undankbare Fremde, niemand dankt es nämlich den Zugezogenen, dass sie gekommen sind.In Irene Breznás Roman vom Heimisch- und Abgeworfen-Werden in einem fremden Land kommt eine Ich-Erzählerin als Mädchen in die Schweiz. Das erste, was ihr widerfährt, ist die Amputation des Namens, alles, was als Sonderzeichen aus dem Namen ragt, wird wegrasiert und schweizerisch gemacht.Die Protagonistin fasst irgendwie Fuß in der neuen Gesellschaft, sie wird Dolmetscherin und kommt bei Reibe-Punkten des Sozialgefüges zum Einsatz. Einvernahmen bei der Polizei, Suizid-Aufgriffe, schwere Anamnesen im Krankenhaus, Zeremonien zur Staatsbürgerschaft, Bewerbungen für Jobs - immer werden diese Aktionen zu einem seltsamen Akt des Missverständnisses, weil die Klienten selten das verstehen, was die Behörde von ihnen will.Das Wesen der Dolmetscherei ist auch das Wesen der Staatszugehörigkeit. "Das Wesen des Dolmetscherberufes liegt in der Tilgung der eigenen Persönlichkeit." (85)Allmählich bilden sich zwei Welten heraus, die nur funktionieren, wenn man sie sauber getrennt hält. Im Roman ist die kursive Welt die amtliche, worin gedolmetscht wird und die Lebens-Kultur sich selbst in voller Amtswürde darstellt.Und dann gibt es in gerader Schrift die persönliche Welt der Heldin, ihre Freundschaft mit einer gleichaltrigen Fluchtkollegin, ihre Unterwürfigkeit gegenüber der Fremde, ihre Erinnerungen an die Kindheit. "Ich habe nichts gelernt, es war Krieg. Und die hiesige Sprache geht mir nicht in den Kopf." (15)Während früher die Landschaft in Sperrzonen eingeteilt war, worin scharfe Landminen vermutet wurden, ist jetzt das Land mit scharfen Elektrozäunen in Parzellen abgeriegelt, worin die Kühe mit ihren Ohrenmarken grasen.Das Land braucht Haustiere, Behinderte und Fremde, heißt es lapidar, das sind jene Bereiche, in denen sich die Staatsgewalt so richtig austoben kann. Die Dolmetscherin lernt allmählich, mit dem Land vertraut zu werden und gibt ihre Erfahrungen der milden Assimilation an ihre Leidensgenossinnen weiter. Wenn man zu Hause im Land in ihrer Kindheit Jahrhunderte lang Zeit gehabt hat, sich etwa an das örtliche Klima anzupassen, dann muss es hier innerhalb einer Generation geschehen, was an die Leistungskapazität der Gene geht.Die Freundin der Erzählerin stirbt dann auch, ihr ist es nicht gelungen, in der Fremde heimisch zu werden.Die undankbare Fremde ist der optimistische Versuch, die Fallstricke der Integration wenn schon nicht wegzuräumen, dann immerhin sichtbar zu machen. Dankbarkeit ist nämlich keine Kategorie, wenn es um das pure Überleben geht.Helmuth Schönauer (Pool Feuilleton//www.biblio.at)
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Verlag:
Berlin, Galiani
Aufsätze:
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ISBN:
978-3-86971-052-5
Beschreibung:
1. Auflage, 140 Seiten
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Sprache:
deutsch